BG Verkehr

Die Berufsgenossenschaft Verkehr, kurz BG Verkehr, ist der Zusammenschluss aller Unternehmen der deutschen Seefahrt zur Durchführung der gesetzlichen deutschen Unfallversicherung.

Die Abteilung für Schiffssicherheit ist aber nicht nur für die Prävention tätig, sondern sie übernimmt im Auftrag des Bundes auch staatliche Aufgaben. Dabei geht es vor allem darum, die Einhaltung der wichtigsten internationalen Übereinkommen zu überwachen, die die Standards für Sicherheit und Umweltschutz auf den Weltmeeren garantieren sollen. Diese Doppelfunktion der Berufsgenossenschaft Verkehr ist einmalig im Gefüge der deutschen Berufsgenossenschaften.

In Verbindung mit Yachten welche für die kommerzielle Ausbildung zur Erlangung von Sportküstenschifferscheinen, Sportseeschifferscheinen oder Sporthochseeschifferscheinen muss folgendes beachtet werden:

Seit 1.1.2003 müssen Yachten unter deutscher Flagge, auf denen von bezahlten Lehrern professionell ausgebildet wird, ein so genanntes "Sicherheitszeugnis für Ausbildungsfahrzeuge" (Ship Safety Certificate) der Berufsgenossenschaft Verkehr (BG Verkehr) mitführen. Das sieht der Paragraf 52a der Schiffssicherheitsordnung (SchSV) vor. Außerdem verpflichtend: Fahrterlaubnisschein (Sailing Permit Certificate) sowie ein Schiffsbesatzungszeugnis (Minimum Safe Manning Document) besitzen. Ein Bootszeugnis, wie es für deutsche Charterschiffe im In- und Ausland gesetzlich vorgeschrieben ist, reicht für Ausbildungs- und bei Kojencharter-Törns nicht aus. 

Klare Sache, dass niemand so gerne dieses Thema anspricht. Kaum eine Segelschule weist werbewirksam darauf hin, dass ihre Yachten von der BG Verkehr abgenommen sind. Doch wer die teuren Papiere inzwischen besitzt, haut munter im In- und Ausland die Konkurrenz in die Pfanne. Und die Behörden müssen reagieren, Gesetz ist Gesetz. Und das sieht bislang noch keine Ausnahmen zum Beispiel für Vereine vor. Sinn und Zweck der geänderten Schiffsicherheitsverordnung ist es vor allem, die Ausbilder im Falle eines Unfalles abzusichern. "Wer auch nur einen Euro für die Ausbildung bekommt, muss für sein Boot ein Schiffssicherheitszeugnis vorweisen". Ob es sich um einen eingetragegen Verein oder eine gewerbliche Segelschule handele, spiele dabei keine Rolle.

Die Richtlinien nach §52a der Schiffssicherheitsverordnung sehen für Ausbildungsfahrzeuge von acht bis 24 Meter Länge unter anderem die Ausrüstung mit einer UKW-DSC-Anlage im Küstenbereich (Fahrtgebiet C) vor. Navtex, Radartransponder, selbstständig auslösende GPS-EPIRB mit NNMA-Anschkluss sowie UKW-Handfunkgerät (GMDSS mit Lithiumbatterie) sind vorgeschrieben. Für die Funkanlage muss eine dritte Batterie zusätzlich zur Hauptstromversorgung geschaltet werden. Für die Fahrtgebiete A und B (uneingecshränkt bzw. Küste bis 200 sm) sind KW- und GW-Anlagen nötig oder aber Iridium-Sat-Telefone.

Was noch? Zum Beispiel: Jährliche Wartung der außen angebrachten Rettungsinsel, die nun einen Wasserdruckauslöser haben muss, Stabilitätskurve der Werft.

Erst kommt das Wassser- und Schiffahrtsamt aufs Boot, dann das BSH aus Hamburg. Am Ende hat der Yachtbesitzer vier Bescheinigungen der BG Verkehrim Schapp: Fahrterlaubnisschein (nach dem Bestimmungen der Unfallverhütungsvorschriften für Unternehmen der Seefahrt, UVV See), Sicherheitszeugnis für Ausbildungsfahrzeuge (gültig jeweils ein Jahr), Funksicherheitszeugnis und ein Schiffsbesatzungszeugnis (Gültigkeit: fünf Jahre).

© Yachtschule Rünthe Sigrid und Michael Mücke GBR 2013 - 2017